24 Apr. Reitsport als Familiensache: Drei Geschichten vom Borgberg
(Hagen a.T.W.) Kaum ein anderer Sport wird so sehr in der Familie ausgeübt wie der Reitsport. Geschwister, Eltern, Großeltern – sie alle sind Teil des Systems, begleiten, unterstützen und prägen reitsportliche Karrieren oft über Jahrzehnte hinweg. Auch bei Horses & Dreams wird diese besondere Nähe sichtbar: Zahlreiche Geschwisterpaare stehen gemeinsam auf der Startliste. Drei von ihnen haben wir am Rande des Springstadions getroffen.
Zusammen stärker: Mick und Max Haunhorst
Für Mick und Max Haunhorst ist der Weg zum Turniergelände kaum der Rede wert – der Familienbetrieb liegt nur wenige Minuten entfernt. Die Familie betreibt in Hagen a.T.W. einen Sport- und Ausbildungsstall und ist selbst als Turnierveranstalter aktiv. Seit ihrem zwölften Lebensjahr reiten die Brüder auf dem Hof Kasselmann.„Angefangen hat aber alles mit Kindheitserinnerungen“, erzählt Max. „Wir sind mit Freunden aus der Schule hierher gekommen. Der Sport stand damals gar nicht so im Vordergrund – eher das Drumherum, das Kinderland, Fußballspielen. Das war immer ein Highlight. Das erste Mal hier in der großen Tour reiten zu dürfen war natürlich ein Erlebnis. Seitdem ist das Turnier immer ein Jahreshighlight und wir versuchen hier gut abzuschneiden.“
Für Mick liegt der Reiz vor allem im Heimcharakter: „Wenn wir auswärts unterwegs sind, können unsere Großeltern oft nicht dabei sein. Hier kommt die ganze Familie zum zuschauen.“
Auch im Alltag funktioniert das Miteinander unkompliziert. Pferde werden gemeinsam trainiert, gelegentlich auch getauscht, wenn es mit dem anderen Bruder besser passt. „Wenn man aus einer Reiterfamilie kommt, ist der Pferdevirus überall“, sagt Max. „Man arbeitet auf gemeinsame Ziele hin und hilft sich gegenseitig. Als Mick verletzt war, habe ich seine Pferde mitgeritten, damit sie in der bestmöglichen Form sind, wenn er wieder reiten kann.“
Bei 20 Years Horses & Dreams geht Mick mit zwei Pferden an den Start, Max stellt vier Pferde vor.

CARSTENSEN Teike (GER), Greece 5
Friedrichsen & Carstensen: Drei Geschwister, ein Ziel
Für Teike Friedrichsen sowie Beeke und Tjade Carstensen ist Horses & Dreams seit Jahren fester Bestandteil im Turnierkalender. Der Weg nach Hagen begann für alle drei über das Jugend-Nationenpreis Turnier Future Champions, damals noch in der Altersklasse der Children (U14). Heute sind sie in der großen Tour angekommen. Seit 2019 arbeitet Beeke zudem im Stall der Familie Haunhorst, damit ist Hagen für sie fast zum Heimturnier geworden. Umso besonderer ist das Jubiläumswochenende, das den Geschwistern Zeit miteinander ermöglicht. „Früher sind wir gemeinsam zu den gleichen Turnieren gefahren“, sagt Teike. „Heute überschneiden sich die Termine seltener. Deshalb haben wir uns umso mehr auf dieses Wochenende gefreut.“
Unterstützung kommt auch hier aus der weiteren Familie – die Großeltern sind vor Ort — und auch sportlich profitieren die Geschwister voneinander. „Das beginnt schon beim Parcours abgehen“, erzählt Beeke. „Früher habe ich auch viele von Teikes ,erster Garde’ an Pferden übernehmen dürfen, nachdem sie mit ihnen im Jugendbereich erfolgreich war.“ Später konnte auch Tjade von den erfahrenen Sportpartnern seiner Schwestern profitieren.
Für Beeke und Tjade steht in Hagen eine weitere besondere Aufgabe an: der Start im U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Pferdesport und Holger Hetzel. Die Serie beginnt traditionell in Hagen und gilt als wichtige Plattform für den Nachwuchs. Tjade konnte im vergangenen Jahr mit Gasira das Finale in Aachen gewinnen und blickt auch diesmal optimistisch nach vorn. „Für Beeke ist es das letzte U25-Jahr. Deshalb wollen wir noch einmal gemeinsam angreifen und uns für das Finale in Aachen qualifizieren, gerade auch , weil dort parallel die Weltmeisterschaft stattfindet.“
Am Freitamorgen um 8:00 Uhr beginnt das Einlaufspringen von Deutschlands U25 Springpokal. Auf jeden Fall werden Beeke und Tjade gemeinsam den Parcours abgehen und sich gegenseitig Sicherheit geben.

Klaphake, Laura (GER)
Laura und Enno Klaphake: Leidenschaft als Lebensmodell
„Mit Pferden ist man sowieso immer beschäftigt – egal, wie viele man dabei hat“, sagt Laura lachend. „Aber Turniere wie Horses & Dreams machen einfach Spaß. Davon gibt es in Deutschland nicht mehr viele.“
Auch bei Laura und Enno Klaphake dreht sich alles um den gemeinsamen Weg im Sport. Bruder Felix ist ebenfalls im Reitsport aktiv. Für die 32-Jährige ist das familiäre Miteinander ein entscheidender Faktor: „Wenn man die gleiche Leidenschaft teilt, ist das etwas Besonderes. Man verbringt automatisch viel Zeit zusammen, tauscht sich aus, entwickelt Ideen. Das bringt einen weiter – sportlich und persönlich.”
Natürlich gibt es auch mal unterschiedliche Meinungen. „Ich bin sechs Jahre älter, da rutscht man manchmal in eine gewisse Rolle“, sagt Laura schmunzelnd. „Aber man kennt sich eben sehr gut – mit allen Stärken und Schwächen. Insgesamt ist es ein Privileg, den Sport so gemeinsam leben zu können.“ Zuletzt waren Laura und Enno mit ihren Pferden auf der Sunshine Tour in Spanien unterwegs – ein Tapetenwechsel, der vor allem den Pferden gutgetan hat. „Sie kommen motiviert und mit neuer Energie zurück.“
Auch ihre Verbindung zu Hagen reicht weit zurück, die ersten internationalen reiterlichen Meilen wurden ebenso bei den Future Champions bestritten. „Ich bin hier in der Region groß geworden. Hier habe ich mein Goldenes Reitabzeichen bekommen und die Familie Kasselmann hat mir damals eines der großen Plastikpferde geschenkt, das Deutschlandpferd. Es steht heute noch bei uns im Garten. Für mich ist Hagen daher immer auch ein Stück Heimat“, bestätigt Laura.
20 Years Horses & Dreams zeigt damit einmal mehr, was den Reitsport ausmacht: Er ist Leistungssport und zugleich Familiensache. Wer die Geschwister im Springparcours erleben und unterstützen möchte, kann sich Tickets für alle Veranstaltungstage, die Abendshow am Samstag und die drei HALLA-Clubbing Reiterpartys online bei Reservix und an der Tageskasse kaufen.
TICKETS auf https://horses-and-dreams.reservix.de/
Foto 1: Für die Brüder Haunhorst ist das Turnier immer ein Jahreshighlight © Pferdefotografie Stefan Lafrentz
Foto 2: Teike Friedrichsen und Greece © Pferdefotografie Stefan Lafrentz
Foto 3: Laura Klaphake auf ihrer früheren Erfolgsstute Catch me if you can © Pferdefotografie Stefan Lafrentz